Definition

Die Therapeutische Sprachgestaltung ist eine Methode der Anthroposophischen Medizin. Das Studium erfolgt in vierjähriger Vollzeitausbildung und umfasst Praktika in Kliniken, in Therapeutika, in der Heilpädagogik, in Schulen oder in der Sozialtherapie. Die Therapeutische Sprachgestaltung basiert auf der Ausbildung zum/zur Sprachgestalter/in. Darauf aufbauend, wird die Rückwirkung der Sprache auf die Wesensebenen des Menschen wie Physis und Psyche gelehrt und daraus die diagnostische und therapeutische Kompetenz entwickelt. Therapeutische Sprachgestaltung dient also nicht dem künstlerischen Ausdruck eines Textes als solchem, sondern der direkten Regulationswirkung auf Haltung, Atmung, Stimme, Artikulation und Verbalisierung. Ziele sind die krankheitsbildbezogene Therapie und die allgemeine Stärkung der Autonomie des/der Patienten/Patientin, um ein gesundes Selbstwertgefühl zu entwickeln und den Gestaltungswillens bis ins alltägliche Leben hinein zu stärken.

Der Therapeutische Sprachgestalter ergänzt die medizinische Diagnose durch einen Arzt durch eine individuelle sprachtherapeutische Diagnose; er arbeitet autonom in enger Zusammenarbeit mit dem Arzt. Ausgangspunkt ist die gesprochene Sprache des Patienten. Die Sprachdiagnose ruht auf den Hauptkriterien Haltung, Atmung, Stimme, Artikulation und Denken. Bei Jugendlichen und Erwachsenen wird das selbständige Üben angestrebt.

Die Therapeutische Sprachgestaltung ist ein Fachbereich der Anthroposophischen Kunsttherapie (SVAKT) (mit Malerei, Musik und Plastik). In ihren Grundlagen wurde sie von 1921 bis 1960 im Kontext der Anthroposophischen Medizin, Heilpädagogik und Sozialtherapie entwickelt. Ihre Pioniere sind Dr. phil. Rudolf Steiner, Dr. med. Ita Wegman, Dr. med. Margarethe Hauschka-Stavenhagen, Dora Gutbrod, Christa Slezak-Schindler, Maria Schüppel, Siegfried und Rose Maria Pütz sowie viele andere.

Therapeutische Sprachgestaltung wird angewendet als
– Einzeltherapie
– Einzeltherapie in der Gruppe
– Gruppentherapie